Fact Sheets zur globalen Gesundheitspolitik

Anlässlich der Bundestagswahlen fordert die Deutsche Plattform für globale Gesundheit, dass die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen, die erheblichen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen haben, zukünftig stärkere Beachtung in der Gesundheits- und Entwicklungspolitik der Bundesregierung finden als bisher.

Die Deutsche Plattform für globale Gesundheit (DPGG) weist anhand der Themen Arzneimittelpolitik und Medikamentenpreise, Migration von Gesundheitsfachkräften, Versorgung von Migrant*innen in Deutschland und den sozialen Determinanten von Gesundheit auf die Bedeutung globalen Denkens und Handelns für die deutsche Politik hin.

Fact Sheets:

Abwehr oder Vorsorge – Die G20 und die globale Gesundheit

Dokumentation der Fachtagung „Abwehr oder Vorsorge – Die G20 und die globale Gesundheit“ am 15. Mai 2017 in Berlin.

Eine funktionierende Gesundheitsinfrastruktur ist die Basis für eine wirksame Seuchenprävention und für die Bekämpfung der Massenepidemien der Armen: Malaria, Typhus, Tuberkulose. Diese Erkenntnis ist seit Jahren da und wird doch von einer auf Profitmaximierung ausgelegten Wirtschaftspolitik torpediert.

Was auf der Tagesordnung der G20 Gesundheitsminister*innen fehlt, ist eine an den Grundbedürfnissen der Menschen orientierte Wirtschaftspolitik, die Dokumentation der Fachtagung Beendigung von Freihandelsverträgen in der heutigen Form, die Einführung eines wirksamen Unternehmensstrafrechts und das Ende der Abwerbung von Gesundheitspersonal aus dem Ausland.

Um globalen Gesundheitsproblemen zu begegnen, muss auch der Kampf um menschenwürdige Lebensbedingungen und deren Verrechtlichung global verortet werden.

Dokumentation

 

Deutsche Plattform für globale Gesundheit fordert Umdenken in der globalen Gesundheitspolitik

Pressemitteilung, 18.05.2017

Zu Beginn des G20 Gesundheitsministertreffens, das sich mit globalen Gesundheitskrisen wie der Bekämpfung von Ebola und anderen Seuchen sowie der Eindämmung von Antibiotikaresistenzen befassen wird, fordert die Deutsche Plattform für Globale Gesundheit (DPGG) ein Umdenken in der globalen Gesundheitspolitik. In der DPPG engagieren sich Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, entwicklungspolitische Organisationen, Wissenschaft sowie soziale Projekte. Der DPGG ist es ein wichtiges Anliegen, die schädlichen Auswirkungen der Politik der dominierenden Wirtschaftsländer auf die Gesundheit in der Welt zu benennen und die sozialen und politischen Bedingungen für Gesundheit stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

»Die Gesundheitsversorgung wird weltweit immer mehr dem Markt unterworfen«, beklagt Margret Steffen von Ver.di, »das trägt zu Verschlechterung in der Gesundheitsversorgung bei«. Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat gezeigt, wie die Destabilisierung der betroffenen Länder durch unfaire Handelsbeziehungen, postkolonialen Raubbau und die systematische Abwerbung von medizinischem Fachpersonal zum Ausbruch der Epidemie beiträgt. »Daher kann der Schutz vor Seuchen nur gelingen, wenn diese politischen Faktoren Berücksichtigung finden«, sagt Anne Jung, Gesundheitsreferentin von medico international.

Dies gilt auch für das zweite große Thema beim G20-Gesundheitsministertreffen, den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. »Solange Handels- und Investitionsabkommen die Renditen von Unternehmen über den Schutz der Bevölkerung vor gesellschaftlich und gesundheitlich schädliche Folgen der Gewinnmaximierung stellen, bleiben die Aussichten im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen düster« sagt der Arzt und Gesundheitswissenschaftler Jens Holst von der Hochschule Fulda, einer der Mitgründer der Plattform für globale Gesundheit.

Effektive Strategien zur Eindämmung der Resistenzentwicklung müssen deshalb die sozialen Sicherungssysteme einbeziehen und die globale Tendenz zur Privatisierung der Gesundheitsausgaben umkehren.

Mit medizinisch-technischen Ansätzen allein wird man die dramatische Zunahme von Antibiotikaresistenzen nicht in den Griff bekommen. »Es ist widersprüchlich, wenn die Gesundheitspolitik sich bemüht, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren, und andererseits die Agrarpolitik auf Massenproduktion und globale Exporte setzt. Besser sollten regionale Erzeugerstrukturen gefördert werden, die die Tiergesundheit in den Vordergrund stellen«, sagt Christian Wagner-Ahlfs von der BUKO Pharma-Kampagne. Das sollte die Bundesregierung bedenken, wenn sie auf der globalen politischen Bühne tatsächlich Verantwortung für die Überwindung des Resistenzproblems übernehmen will.

Die DPGG fordert die Bundesregierung daher auf, die Bedeutung der sozialen, politischen und ökonomischen Bedingungen von Gesundheit stärker zu berücksichtigen und beim Treffen der G20-Gesundheitsminister auf die Tagesordnung zu setzen.

Rückfragen richten Sie bitte an

  • Anne Jung, medico international, DPGG jung@medico.de Tel. 0179 123 07 19
  • Dr. Christian Wagner-Ahlfs, BUKO Pharma-Kampagne Tel. 0171 – 42 82 544

 

www.plattformglobalegesundheit.de

Ärzte der Welt
attac AG Soziale Sicherung
Buko Pharmakampagne
Stiftung Umverteilen! Asien AG
medico international
Ver.di
Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte

Interessen und Strategien globaler Gesundheitspolitik

Einführungsvortrag von Thomas Gebauer, medico international auf der Fachkonferenz „Abwehr oder Vorsorge? –  Die G 20 und die globale Gesundheit

I.

Selbstverständlich ist es nicht falsch, wenn sich Gesundheitsminister/innen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammensetzen, um gemeinsam über Verbesserungen zum Schutz der Gesundheit von Menschen nachzudenken.

Angesichts von Epidemien, die vor keiner Grenze haltmachen, angesichts des weltweiten Klimawandels, der auch und gerade die Gesundheit der Menschen beeinträchtigt, angesichts weltwirtschaftlicher Verhältnisse, die z.B. über bi- und multilaterale Handelsverträge vielfältigen Einfluss auch auf die nationalen Gesundheitswesen nehmen, steht wohl außer Frage, dass Gesundheitspolitik mehr denn je keine nationale Angelegenheit ist.

Die Erkenntnis aber, dass es in einer näher zusammengerückten Welt auch internationaler Bemühungen bedarf, um die Gesundheit der Menschen zu schützen, ist nicht eigentlich neu. Das war schon klar, als 1948, vor bald 70 Jahren, die Weltgesundheitsorganisation gegründet wurde. Mit großer Weitsicht heißt es in der Verfassung der WHO, dass eine „internationale Gesundheitsarbeit“ notwendig sei, die von einer zentralen Autorität gesteuert und koordiniert werden müsse: der WHO. Weiterlesen

Abwehr oder Vorsorge? – Die G20 und die globale Gesundheit

Fachkonferenz,  Berlin, 15. Mai 2017
11.00–17.00 Uhr. – Programm und Anmeldung –

Gesundheitsthemen waren immer schon beliebt bei globalen Gipfeltreffen, bei Themen wie AIDS oder Mutter/Kind Gesundheit lässt sich Einigkeit und Engagement demonstrieren. Nun treffen sich auch erstmals die G20 Gesundheitsminister*innen im Vorfeld des G20-Gipfels, um sich mit globalen Gesundheitskrisen zu befassen. Die zugrunde liegende Agenda der Gesundheitssicherheit gibt dem Schutz der eigenen Bevölkerungen vor globalen gesundheitlichen Gefahren Priorität.

Grenzüberschreitende Pandemien wie Vogelgrippe, Ebola oder Zika und die zunehmende Resistenzen von Krankheitserregern gegen Antibiotika sollen effektiv abgewehrt werden. Zwar ist der Weg zum Ziel umstritten: Einige Staaten betonen, dass der Ausbruch von Epidemien nur dann wirksam verhindert werden kann, wenn es vor Ort leistungsfähige Gesundheitssysteme gibt, andere hingegen setzen vor allem auf Abschottung.

Doch im Mittelpunkt steht, auch und gerade nach der Ebola Krise, der Aufbau »widerstandsfähiger« Gesundheitssysteme. Dies greift zu kurz und lenkt gar davon ab, dass Gesundheit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit ist und ohne soziale Gerechtigkeit nicht zu haben ist.

In diesem Spannungsfeld zwischen Gesundheitssicherung und Gesundheitssicherheit möchten wir mit den Referent*innen auf der Fachkonferenz der Plattform für Globale Gesundheit (DPGG) darüber debattieren, wie die Politik der dominierenden Wirtschaftsländer die Bedingungen für Gesundheit beeinflusst, und häufig behindert. Wir gehen der Frage nach, wie sich solidarische finanzielle Ausgleichssysteme schaffen ließen, um perspektivisch das Recht auf Gesundheit für alle Menschen durchzusetzen.

Veranstaltungsort

DGB Bundesvorstand
Henriette-Herz-Platz 2
10178 Berlin

Programm

Für inhaltliche Rückfragen wenden Sie sich bitte an Anne Jung, medico international, Tel. 069 94438-27


Anmeldung







 

Veranstaltungen der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit auf dem Kongress Armut & Gesundheit 2017

Der Public-Health-Kongress Armut und Gesundheit findet am 16. und 17. März 2017 an der TU Berlin statt. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website des Kongresses
www.armut-und-gesundheit.de

DONNERSTAG

Donnerstag, 16 März 2017, 11.30 Uhr

Pflege solidarisch gestalten

Gespräch darüber, welche Solidarität und Humanität die Gesellschaft von morgen braucht, um die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu meistern.

Mit: Prof. Dr. Gerhard Bäcker, Universität Duisburg-Essen und Dietmar Erdmeier, ver.di

Moderation: Melanie Wehrheim, ver.di

 

Donnerstag, 16 März 2017, 11.30 Uhr

Kontinuität in der Versorgung von Asylsuchenden: Herausforderungen und Lösungsansätze

Mit: Katharina Wahedi, Universitätsklinikum Heidelberg; Sandra Claudia Gewalt, Universitätsklinikum Heidelberg; Elisabeth Biber, Ärzte der Welt e.V.; Dr. Kayvan Bozorgmehr, Universitätsklinikum Heidelberg

Moderation: Dr. Brigitte Joggerst, Gesundheitsamt Pforzheim/Enzkreis; Dr. Eva-Maria Schwienhorst-Stich, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V.

 

Donnerstag, 16 März 2017, 14.15 Uhr

Wer zahlt die Rechnung? Neue Wege zu einer solidarischen Gesundheitsfinanzierung

Gemeinsam möchten wir darüber debattieren, wie die krankmachende und tödliche Ungleichheit in der weltweiten Gesundheitsversorgung verändert werden kann und durch welche Maßnahmen gesellschaftlicher Umverteilung ein solidarisches Gesundheitssystem finanziert werden könnte.

Mit: Dr. Rene Loewenson, Training and Research Support Centre und EQUINET; Thomas Gebauer, medico international

Moderation: Anne Jung, medico international

 

Donnerstag, 16 März 2017, 14.15 Uhr

Von wegen „Universal Health Coverage“!
Aktuelle Entwicklungen humanitärer Hilfe in der Gesundheitsversorgung von Migrant*innen in Deutschland

Mit: Dr. Johanna Offe, Ärzte der Welt e.V.; Dr. Jessica Groß, Medibüro Berlin; Lisa Palm & Verena Mohn, Medizinische Flüchtlingsberatung Hannover; Elène Misbach, Alice Salomon Hochschule

Moderation: Anja Dietrich, Diakonie Deutschland

 

Donnerstag, 16 März 2017, 16.15 Uhr

Welfare unbound: how do we translate solidarity into migrants’ empowerment?

(mit deutscher Übersetzung)

The discussion will address ways in which social concern for migrants’ health translates into new individual and collective capabilities.

Mit: Riyad Aledrise, Bürgerinitiative Moabit Hilft; Aïda Fall, Associazione dei Senegalesi di Catania; Nora Gottlieb, Technische Universität Berlin; Adelheit Lüchtrath, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.; Pietro Daniel Omodeo, SOS Mediterranee; Nadine Stammel, Behandlungszentrum für Folteropfer e. V.

Moderation: Dr. Brigida Proto, Technische Universität Berlin

 

FREITAG

Freitag, 17. März 2017, 09.00 Uhr

Aufwerten und Entlasten: Gesetzliche Personalvorgaben in Krankenhäusern

Mit: Grit Genster, ver.di; Niko Stumpfögger, ver.di; Carsten Becker, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Moderation: Dr. Margret Steffen, ver.di

 

Freitag, 17. März 2017, 9.00 Uhr

Das Einmaleins der globalen Gesundheitspolitik – wie kann Gesundheit gesamtgesellschaftlich gedacht und gestaltet werden?

Das Format soll elementare Begriffe und Konzepte der globalen Gesundheitspolitik darstellen. Außerdem Inputs zu den Auswirkungen von Freihandel auf die Gesundheit, der Migration von Gesundheitsfachkräften und den Ursachen für hohe Medikamentenpreise.

Mit: Anne Jung, medico international; Reiner Siebert, Projekt InCoach; Dr. Johanna Offe, Ärzte der Welt e.V.

Moderation: Mareike Haase, Brot für die Welt

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Freitag, 17. März 2017, 9.00 Uhr

Bestechend unbestechlich: Wie kann die Selbsthilfe ihre Unabhängigkeit wahren?

Mit: Dr. Ulrike Faber, Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.; Dr. Rolf Kühne, MEZIS e.V.; Rolf Blaga, Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e. V.

Moderation: Dr. Jutta Hundertmark-Mayser, Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung der Selbsthilfe

 

Freitag, 17. März 2017, 11.00 Uhr

Gesundheit als Brücke zum Frieden – medizinische Friedensarbeit

Mit: Katharina Thilke, Krankenhaus Porz am Rhein und Dr. Stephan Kolb, Klinikum Nürnberg

Moderation: Dr. Katja Goebbels, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.

 

Freitag, 17. März 2017, 11.00 Uhr

Gesundheit von Arbeitslosen verbessern, Lebenslage verändern – zur Kritik gegenwärtiger Gesundheitsstrategien

Mit: Dr. Thomas Steffens & Elena Weber, Diakonie Deutschland; Klaus Kittler, Diakonisches Werk Württemberg e.V.

Moderation: Gudrun Mahler, Diakonisches Werk Bayern e.V.

 

Freitag, 17. März 2017, 13.45 Uhr

Klimawandel und Gesundheit

Warum ist Klimawandel die „größte Bedrohung der globalen Gesundheit“, trifft insbesondere Arme und was kann der Gesundheitssektor dagegen tun?

Mit: Vijoleta Gordeljevic, Health and Environment Alliance; Dr. Winfried Zacher, Germanwatch e. V.; Dr. Dieter Lehmkuhl, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.

Moderation: Julia Gogolewska, Health and Environment Alliance

Programm zum Download

Weitere Informationen und Anmeldung

Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website des Kongresses Armut und Gesundheit
www.armut-und-gesundheit.de

Die Plattform für Globale Gesundheit (DPGG) hat das Ziel, die sozialen Bedingungen für Gesundheit in den Mittelpunkt der nationalen und internationalen Gesundheitsdebatte zu rücken. Sie will den Zusammenhang zwischen globalen und lokalen Einflussfaktoren von Gesundheit stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen und die bisherige Trennung zwischen innenpolitischer und globaler Gesundheitspolitik überwinden. In der DPGG wirken Gewerkschaften, Sozial- bzw. Wohlfahrtsverbände, entwicklungs- wie migrationspolitische Organisationen, Wissenschaft, soziale Projekte und Bewegungen mit.

Das 1 x 1 der globalen Gesundheitspolitik

Fachforum der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit
Freitag, 17.03.2017 | 9.00 Uhr-10.30 Uhr | TU BERLIN Straße des 17. Juni 135 |10623 Berlin

In der globalisierten Welt sind die wesentlichen Einflussfaktoren für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen nicht mehr allein auf nationaler Ebene steuer- und beeinflussbar.
Der Erhalt und der Schutz öffentlicher und solidarischer Gesundheitssysteme, der Kampf gegen gesundheitsgefährdende Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen und Strategien für mehr soziale Gerechtigkeit und Demokratie gehören zu den sozialen und politischen Bedingungen von Gesundheit.

Mit dem Fachforum bietet die Deutsche Plattform für Globale Gesundheit (DPGG) eine Einführung in die grundlegenden Fragen und Probleme der Gesundheitspolitik an. Das Format soll elementare Begriffe und Konzepte der globalen Gesundheitspolitik darstellen und eine Orientierung über die komplexen Anforderungen und Verflechtungen der nationalen und globalen Gesundheitspolitik bieten. Darüber hinaus soll anhand des theoretischen Inputs aktuelle Thematiken im Bereich globale Gesundheitspolitik mit Teilnehmenden diskutiert werden.
Impulsvorträge zu
• den Auswirkungen von Freihandel auf die Gesundheit (Anne Jung, Gesundheitsreferentin medico international)
• der Migration von Gesundheitsfachkräften (Reiner Siebert, Projekt InCoach) und
• den Ursachen für hohe Medikamentepreise (Dr. Johanna Offe, Ärzte der Welt e.V.)

Weitere Informationen und Anmeldung auf der Website des Kongresses Armut und Gesundheit
www.armut-und-gesundheit.de

Vom Mitglied der Plattform Globale Gesundheit medico international gibt es am 16.03.2017 um 14:15 die Veranstaltung Wer zahlt die Rechnung? Neue Wege zu einer solidarischen Gesundheitsfinanzierung. Weitere Infos auf www.medico.de.

Krankes System? – Perspektiven für eine gerechte Gesundheitspolitik

Mit Fachleuten aus Wissenschaft und sozialen Bewegungen, mit Gewerkschaftsvertretern und Nichtregierungsorganisationen haben wir über die Frage debattiert, welche Auswirkungen die zunehmende Privatisierung des Gesundheitssektors auf die Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung hat, auf die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals und nicht zuletzt den Zugang zu Gesundheit für Alle.

Die im Rahmen der Konferenz verhandelten Themen – von Freihandel über Braindrain bis zur marktwirtschaftlich gestalteten Ausrichtung von Krankenhäusern – zeigten, dass die unannehmbaren gesundheitlichen Unterschiede in und zwischen verschiedenen Ländern weder national noch ausschließlich technisch gelöst werden können.

Es bedarf vielmehr globaler politischer Maßnahmen, um Ansätze einer Re-Politisierung und Re-Demokratisierung der Gesundheitspolitik entwickeln zu können, die das Ziel einer vom Wohl der Menschen bestimmten globalen Gesundheitspolitik in den Blick nehmen.

Krankes System? – Fachtagung am 10.10.2016 in Berlin

Perspektiven für eine gerechte Gesundheitspolitik

MONTAG 10.10.2016 – 17.00-20.00 Uhr

DGB-Bundesvorstand, Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin

 

In diesen Tagen beginnt der Prozess gegen einen deutschen Kinderarzt, der in Kooperation mit der Pharmaindustrie Medikamente an Kindern getestet hat, ohne die Eltern zu informieren und sich damit einen Nebenverdienst sicherte. In Kenia werden immer wieder Frauen nach der Geburt im Krankenhaus festgehalten und nicht medizinisch versorgt, weil sie die Rechnung nicht bezahlen können. So unterschiedlich die Fälle sind, an ihnen lassen sich exemplarisch die Folgen einer Gesundheitspolitik ablesen, die von einer betriebswirtschaftlichen Logik geleitet und nicht auf die existenziellen Grundbedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist.

 

Gesundheit ist ein globales öffentliches Gut; der Zugang zu Gesundheitsversorgung ein Menschenrecht, zu dessen Verwirklichung sich die Staatengemeinschaft verpflichtet hat. Doch in der nationalen und internationalen Gesundheitspolitik gewinnen privatwirtschaftliche Akteure und Prinzipien zunehmend an Einfluss. Auch der World Health Summit räumt ihnen einen zentralen Stellenwert ein. Welche Auswirkungen hat die zunehmende Privatisierung eines öffentlichen Guts auf die Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung, auf die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals und nicht zuletzt den Zugang zu Gesundheit für Alle? Von welchen Interessen wird die Privatisierungspolitik geleitet?

 

Über diese Frage möchten wir mit Fachleuten aus der Wissenschaft und Gewerkschaften, mit Vertreter_innen aus sozialen Bewegungen und NGOs debattieren und dabei Ansätze einer Re-Politisierung und Re-Demokratisierung der Gesundheitspolitik aufzeigen, um das Ziel einer vom Wohl der Menschen bestimmten globalen Gesundheitspolitik nicht aus dem Blick zu verlieren.

 

17.00 Uhr

Begrüßung
Anne Jung, medico international, Deutsche Plattform für globale Gesundheit

 

17.10 Uhr

PRIVATISIERUNG UND DEMOKRATIE_VERLUST

Vortrag

Die politischen Ursachen von gesundheitlicher Ungleichheit
Professor Desmond McNeill, Lancet – University of Oslo Commission on Global Governance for Health

 

17.40 Uhr

Kommentar
Manfred Fiedler, attac AG Soziale Sicherung

Dr. Tine Hanrieder, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

 

17.50 Uhr

Debatte

18.10-18.30 Uhr

Pause

 

18.30 Uhr

ÖKONOMISIERUNG und ARBEITSKÄMPFE

Podiumsdiskussion

Das Ungleichgewicht bei der Gesundheitsfinanzierung
Knut Lambertin, Deutscher Gewerkschaftsbund

 

Mehr von uns ist besser für alle – der Kampf für mehr Personal an der Charité
Carsten Becker, Vorsitzender der ver.di-Betriebsgruppe an der Charité

 

Migration von Gesundheitsfachkräften – Ursachen und Folgen in Deutschland und weltweit
Heino Güllemann, Stiftung Umverteilen

 

Moderation

Nadja Rakowitz, Verein Demokratische Ärztinnen und Ärzte

 

19.45 Uhr

Abschlusskommentar

Eine Solidarische Gesundheitsfinanzierung ist möglich – eine gute Versorgung ohne Kommerzialisierung ebenfalls

Franziska Hommes, Globalisation and Health Initiative der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland

 

20.00 Uhr

Imbiss

 

 

Anmeldung

DGB Bundesvorstand

Abteilung Sozialpolitik

Maxi Spickermann

Henriette-Herz-Platz 2

10178 Berlin

Fax 030 24060-226

 

Anmeldeformular

https://www.taseko-web.de/kunden/dgb/webanmeldung/anmeldedaten?Konferenznummer=0027&Ebenennummer=1000

 

Für Nachfragen wenden Sie sich an:

Anne Jung, Gesundheitsreferentin medico international jung@medico.de Tel. 0699443827